Flora, interactive video installation, 2015

PLAY / KONZEPT

Das Video- und Performance-Festival Play wurde von den Veranstaltern Galerie ampersand und CAT Cologne 2013 mit der Zielsetzung gegründet die regionale Video-Kunstszene mit dem Schwerpunkt Köln/Düsseldorf zu stärken und dieser ein Ausstellungsforum zu bieten. Das Festival findet als Biennale alle zwei Jahre unter verschiedenen Schwerpunktsetzungen statt.  Der Festivaltitel „Play“ verweist in seiner Mehrfachbedeutung einerseits auf die Play-Taste der Video-Abspielgeräte andererseits aber auch auf das Theaterstück, welches das genealogische Bindeglied zwischen Video- und Performancekunst darstellt. Zudem versteht sich der Festivaltitel „Play“ auch als Aufforderung zum Spielen und somit als genreübergreifender künstlerischer Imperativ.
Der Schwerpunkt der Künstlerauswahl liegt auf regionalen Positionen, die jedoch durch überregionale Positionen ergänzt werden, sofern über den Künstler oder die Arbeit ein Bezug zur Region erkennbar wird. Ziel ist es hierbei die Düsseldorfer und Kölner Videokunstszene näher zusammenzubringen und stärker zu vernetzen.  Das Rheinland, insbesondere Köln und Düsseldorf spielten für die Entwicklung der Video- und auch Performance-Kunst eine bedeutende Rolle. Künstler wie Ulrike Rosenbach, Nam June Paik, Marcel Odenbach und Klaus von Bruch waren Anfang der 70er Jahre in der Region künstlerisch aktiv und wurden in Kölner und Düsseldorfer Galerien ausgestellt. Die enorme Bedeutung des Rheinlands für die Entwicklung dieser Kunstformen ist außerhalb der Kunstszene jedoch kaum bekannt. Eine Stärkung der regionalen Videokunst-Szene soll auch dazu führen, dass Bewusstsein stärker auf die regionale Tradition im Bereich der Entwicklung der Neuen Medien zu lenken.

PLAY/III  – 30. Juni – 2. Juli 2017

Interaktionsräume / Extended Stages

Der dritte Teil des Festivals, der 2017 stattfinden wird, läuft unter dem Schwerpunkt Interaktionsräume. Ziel des Festivals ist es die unterschiedlichen Interaktionsräume in denen Videos und Performances auf den Rezipienten treffen, zu erforschen darzustellen und zu reflektieren. Diese reichen von der klassischen Präsentation einer Videoinstallation, die im Ausstellungsraum der Galerien erfahren werden kann, bis zu interaktiven Formaten, die ausschließlich online abgerufen werden können. Diese Schwerpunktsetzung erfolgt vor allem vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich Video als Kommunikationsmedium in den letzten Jahren inflationär ausweitet und  immer stärker in die Sphäre des öffentlichen Raums vordringt.

Art/Spaces

In den Galerien und Veranstaltungsräumen der Initatoren (Galerie ampersand, CAT Cologne, W57) werden Arbeiten gezeigt werden, die nur vor Ort in ihrer räumlichen Präsenz erlebt werden können. Hierzu zählen beispielsweise skulptural-installative Arbeiten sowie 3D-Arbeiten, die nur als ein mit dem Betrachter interagierendes Raumerlebnis funktionieren.

Public/Spaces

Ein großer Teil des Festivals wird außerhalb des abgeschirmten Kunstbereichs unserer Galerien stattfinden und in den öffentliche Raum vordringen. Im Vordergrund steht hierbei die Fragestellung inwieweit Arbeiten aus den Bereichen Video- und Performance sich dazu eignen mit einem Publikum zu interagieren, dass nicht bewusst zu einer Ausstellung geht, sondern mehr oder weniger überraschend und zufällig mit dieser Form von Kunst konfrontiert wird.

Virtual/Spaces

Der dritte Interaktionsraum, den das Festival bespielen wird, ist der virtuelle Raum. Das Internet hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem virtuellen Performance-Raum entwickelt, dem sich kaum noch jemand entziehen kann. Wer an den täglichen Gymnastikübungen in den sozialen Medien nicht teilnimmt, und auf das virtuelle Vorturnen verzichtet, hat kaum noch eine Chance irgendeine Form von Sichtbarkeit zu erzeugen.

KURATOREN

Die Kuratoren des Festivals sind die Betreiber der Galerie ampersand (Falko Bürschinger), des W57 , Galerie am Meer (Zalar Kalantar) und des Kunstverein Cat Cologne (Julia Haarmann und Matthias Mayr). Die Auswahl der Künstler richtet sich neben qualitativen Erwägungen nach der konzeptuellen Ausrichtung des Festivals, die unter dem Punkt „Interaktionsräume“ bereits beschrieben wurde.
Die Galerie Ampersand vertritt vor allem junge Künstler, schwerpunktmäßig aus der Region Köln/Düsseldorf, aber auch internationale Positionen. Von Beginn an war ein deutlicher Schwerpunkt im Bereich Videokunst vorhanden, der immer stärker ausgebaut wurde. Mit zwölf Ausstellungen in den letzten fünf Jahren an denen Videokünstler beteiligt waren und vier Videokünstlern, die fest im Programm der Galerie sind, gehört Ampersand sicherlich zu den stärksten Förderern von Videokunst in der Region Köln/Düsseldorf.

Texte / Falko Bürschinger