Dae­mons
Video, 5:05 min, 2016
Galerie Falko Alexan­der

 

Banz und Bowinkel


Giu­lia Bowinkel
1983 born in Düs­sel­dorf, Ger­many
2002 Begin of stud­ies at the Kun­stakademie Düs­sel­dorf
2003 — 2005 Study with Pro­fes­sor Ger­hard Merz
2005 — 2008 Study with Pro­fes­sor Albert Oehlen
2008 Grad­u­a­tion

Friede­mann Banz
1980 born in Mainz, Ger­many
2001 Begin of stud­ies at the Kun­stakademie Düs­sel­dorf
2002 — 2007 Study with Pro­fes­sor Albert Oehlen
2007 Grad­u­a­tion


Daemons

Der Begriff Dae­mons beze­ich­net Pro­grammteile, die automa­tisierte Hin­ter­grun­dauf­gaben
in com­put­erges­teuerten Anwen­dun­gen ausführen. Der nor­male Nutzer sieht sie nicht, noch kann er Ein­fluss auf sie ausüben. Sie funk­tion­ieren ähn­lich dem Herz­schlag, oder unser­er Atmung automa­tisch (unbe­wußt) und gewährleis­ten das Funk­tion­ieren übergeordneter Prozesse. Die Arbeit „Dae­mons“ beschäftigt sich mit der Tat­sache, daß der Men­sch heute in ein­er Welt lebt, die er in weit­en Teilen mit Hil­fe des Com­put­ers selb­st geschaf­fen hat und auch kon­trol­liert. Eine Kaf­fee­tasse, der Kühlschrank, unsere Autos, Häuser, Flugzeuge, die Städtepla­nun­gen, Wet­ter­vorher­sagen, Börsenkurse, die Kom­mu­nika­tion, Forschung: in all diesen Bere­ichen wer­den computergestützte Mod­elle zur Sim­u­la­tion der ver­schieden­sten
Sachver­halte herange­zo­gen und erst im darauf fol­gen­den Schritt wer­den diese Sim­u­la­tio­nen dann in unsere reale Welt einge­bun­den — real­isiert — und somit zu der Umwelt, in der wir täglich leben. Bei genauer Betra­ch­tung fol­gt daraus, daß diese uns umgebende Umwelt nichts natürliches mehr hat, son­dern zu ein­er Ableitung der von uns simulierten virtuellen Wirk­lichkeit­en gewor­den ist. Wir simulieren Real­ität – genauer gesagt ver­schiedene Real­itäten — wir spie­len in virtuellen Mod­ellen diese Real­itätsmod­elle durch, um uns schließlich für eine dieser Vari­anten zu entschei­den und sie dann durch deren Real­isierung der Prüfung durch die Wirk­lichkeit zu unterziehen. Dabei gibt es einen Punkt, der in unser­er Arbeit zunehmend von Inter­esse ist: woher kommt die vom Com­put­er berech­nete Real­ität? Der Com­put­er selb­st kann Sie uns nicht geben, ist er doch selb­st unsere Schöp­fung. Jegliche Wirk­lichkeit, die wir in ihm berech­nen, muss also von uns selb­st dem Com­put­er definiert wer­den. Diesem ist es gle­ich, ob er den Luftwider­stand eines Flugzeugflügels, oder ein­er Drachen­schwinge berech­net. Solche Begriffe sind ihm let­zlich völ­lig unbekan­nt. Seine Welt beste­ht aus binären Oper­a­tio­nen, mith­il­fe der­er er mit zunehmender Geschwindigkeit die von uns gestell­ten Auf­gaben löst. Welche Ergeb­nisse — also in unser­er Begrif­flichkeit: Real­itäten — er dabei erzeugt, dafür hat er kein Bewußt­sein. Es obliegt also dem Men­schen, diese blinde Kraft in eine für unser Dasein sin­nvolle Bahn zu lenken. Die virtuelle Welt und unsere soge­nan­nte Real­ität sind zu einem sich gegen­seit­ig bedin­gen­den Loop veschmolzen. Die Arbeit Dae­mons spielt mit diesem Zusam­men­hang von virtueller Sim­u­la­tion und real­er Wirk­lichkeit. Das Video zeigt per­fo­ma­tive Hand­lun­gen, die
mit virtuellen Sim­u­la­tio­nen ver­schränkt sind. Andere Sim­u­la­tio­nen zeigen Berech­nun­gen von Objek­ten und Flüssigkeiten. Obwohl deren Physik realen Para­me­tern fol­gt, ist deren Umset­zung doch vol­lkom­men fik­tiv. Auf der Messe für Dig­i­tale Kun­st „Unpaint­ed“ in München, war das Video Teil ein­er Instal­la­tion, die als mod­u­lares Sys­tem konzip­iert war, in der die Teile des Videos untere­inan­der in Verbindung trat­en. Über eine App kon­nte man zusät­zlich virtuelle Inhalte auf den Aus­druck­en anzeigen, so daß das Smart­phone als Exten­sion des Kör­pers eine Art Wahrnehmung­sor­gan darstellte, ohne welch­es diese Inhalte nicht mehr erkennbar waren.


Selected Exhibitions

2017
Bene­fiz-Auk­tion Kun­st gegen Hunger, Lan­gen Foun­da­tion, Neuss
Video of the month, HMKV, Hart­ware Medi­enKun­stVere­in, Dort­mund
The Unframed World, HEK, House of Elec­tron­ic Arts, Basel

2016
Rush­ing into water, film­stu­dio extend­ed, BAMBI Film­stu­dio, Düs­sel­dorf
VR 01 — mer­cury, Parkhaus im Malka­s­ten­park, Düs­sel­dorf, Ger­many
die dig­i­tale, dig­i­tal art & music fes­ti­val, Düs­sel­dorf, Ger­many
Body­paint Edi­tion, Han­dels­blatt | Kun­st & Denker
DAM:TEMPORARY, DAM Gallery, Berlin, Ger­many
70. Inter­na­tionale Ber­gis­che Kun­stausstel­lung, Muse­um Solin­gen, Ger­many
Vir­tu­al Body, NRW-Forum Düs­sel­dorf, Ger­many
Spring Exhi­bi­tion, Kun­sthal Char­lot­ten­borg, Copen­hagen
Unpaint­ed — Lab 3.0, MMA, München


2015

Rund­blick 2015, Koelnberg Kun­stvere­in e.V., Cologne, Ger­many
Crys­tal­lized Skins, Pavil­ion of The Wrong Bien­nale, WWW
191°S, Weltkun­stz­im­mer, Düs­sel­dorf, Ger­many
Win­dow Dis­play, Kün­stler­haus Bethanien, Berlin, Ger­many
WTi 2.0, Kun­sthalle Düs­sel­dorf, Ger­many
ATHENS DIGITAL ARTS FESTIVAL 2015, Athens, Greek
CGI, Baustelle Schaustelle, Essen, Ger­many
.htac­cess, Digital3mpire, Düs­sel­dorf, Ger­many
191°S, Salon des Ama­teurs, Düs­sel­dorf, Ger­many

2014
Media Art Award, Skulp­turen­mu­se­um Glaskas­ten, Marl, Ger­many
Kun­st­film­tage, Ufa Cin­e­ma, Düs­sel­dorf, Ger­many
Off­spacenight, Muse­um Osthaus, Hagen, Ger­many
Art­Bat Fes­ti­val, Almaty, Kasach­stan
Video beyond tomor­row, Quadri­en­nale | Filmw­erk­statt, Düs­sel­dorf, Ger­many
On a move, Munic­i­pal Gallery, Her­zliya, Israel
Bühne, Kun­sthalle, Düs­sel­dorf, Ger­many

2013
Fin­ca La Rose­ta, Alisan Projects, Hagen, Ger­many
Mag­ic Rab­bit @ AWA, Stu­dio for Artis­tic Research, Düs­sel­dorf, Ger­many
Tausend, Sechzighaus, Cologne, Ger­many
Meta­fur­nish, Bruch & Dal­las, Cologne, Ger­many

2012
W1111, Trans­mis­sion e.V., Düs­sel­dorf, Ger­many
BYOB, NRW-Forum, Düs­sel­dorf, Ger­many
Film Fes­ti­val 2012, Black­box, Düs­sel­dorf, Ger­many
Bron­ner Res­i­den­cy — Die Stipen­di­at­en, KIT, Düs­sel­dorf, Ger­many
Dou­ble Trou­ble, Project Space Hafen­tor 7, Ham­burg, Ger­many

2011
Faze­buk, Beza­lel Gallery, Tel Aviv, Israel
The Post­card, Rosen­berg Gallery, New York, USA
Lot­ta Con­tin­ua oder die Dialek­tik der Fete, Düs­sel­dorf, Ger­many
Fremdgang Inter­na­tion­al, ODG, Düs­sel­dorf, Ger­many

2010
Okto­ber­bar, Düs­sel­dorf, Ger­many
Die Botschaft, Capi­tol, Düs­sel­dorf, Ger­many
Demo­li­tion Milk II, KIT, Düs­sel­dorf, Ger­many
Das Geschehen 3, Raum von Hal, Berlin, Ger­many

2009
What What, OPEN, Düs­sel­dorf, Ger­many
Kun­st­film­tag 09, Kün­stlervere­in Malka­s­ten, Düs­sel­dorf, Ger­many
Anticham­bre, Graphis­ches Kabi­nett, Düs­sel­dorf, Ger­many
Head­room, OPEN, Düs­sel­dorf, Ger­many
Led­er­lust — Lust auf Öl, Raum Kalk, Cologne, Ger­many
Video on demand, OPEN, Düs­sel­dorf, Ger­many

2008
OPEN, Düs­sel­dorf, Ger­many
Demo­li­tion Milk, TS1 Gallery, Bei­jing, Chi­na

Residency / Awards

2015 Project fund­ing, Kun­st­s­tiftung NRW, Ger­many

2014 Paint­ing Art Award, Baustelle | Schaustelle, Essen, Ger­many

Artist Res­i­den­cy Her­zliya, Her­zliya, Israel

2011 Bron­ner Res­i­den­cy of Kun­st­s­tiftung NRW, Tel Aviv, Israel

2010 Rölfs-Part­ner Award, KIT, Düs­sel­dorf, Ger­many

2008 Tong Xian Art Cen­ter Res­i­den­cy, Bei­jing, Chi­na