Kilian Kretschmer


Education
2005–2011 Studium der Medienkunst an der Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

STIPENDIEN
2008  Gesellschaft zur Förderung der Kunst und Medientechnologie eV.
2009  Studienstiftung des deutschen Volkes
2010  Stipendium der Internationalen Opernwerkstatt Schloss Werdenberg
2011  Advanced Stipendium IOW Schloss Werdenberg
2013  Karlsruher Kulturstipendium

RESIDENCIES
2011 FLACC workplace for visual artists / Genk Belgien

Projects

2006
SCOMP / Videoperformance HEADSCREEN / 360° Brille
2007
ASTROPODA / Experimentelle Dokumentation GLOBE / Video VS. / Videogameperformance

2008
SUPERPOSITION / Videoperformance &4& / Videoperformance

2010
SAVE / Videoperformance 2:1 / Videoperformance
HANDWERKER / Videoinstallation BLINDGÄNGER / 3D Videoinstallation

2011
ZITRONE / 3D Videoinstallation/Performance
BLUEBEARDS BOUNCINGCASTLE / Bühnenbild MILCH / Videoperformance

2012
BEATMIKADO / Video STEINZEIT / 3D Video

2013
KOMPLETT / Daumenkino TEIL 2 / 3D Videoinstallation
DEFEKT / 3D Videoinstallation
SAND / 3D Videoinstallation

2014
KOPIE / Videoinstallation HORSD`ŒUVRE / 3D Videoinstallation
SPRUNG / 3D Fotoinstallation ARBEIT / 3 Kanal Videoinstallation MODELL / 2 Kanal Videoinstallation
VENUS / Infrarot Video
HAARE / 3D Video
ENDE / Videoperformance

2015
ENDE / Dokuinstallation KOPIE / Edition
GLEICH / Videoperformance STEREO / Videoinstallation
AUFZEICHNUNG / Videoperformance

2016
WHIRR / Videoinstallation

Exhibitions

2006  
KUNSTCOMPUTERWERKE / ZKM Karlsruhe

2007  
OHNE TON / Auslage XI Karlsruhe & Kunsthalle Wien
.TEMP / Hochschule für Gestaltung – Karlsruhe
ASTROPODA / Bento Galerie – Karlsruhe SILMO

2008  
SUPERPOSITION Premiere / Hochschule für Gestaltung – Karlsruhe QUI VIVE? / MARS Gallery – Moskau
KARLSRUHER MUSEUMSNACHT / Hochschule für Gestaltung – Karlsruhe
EXPERIMENTA+ / Nancyhalle – Karlsruhe
MIXED MEDIA / Raumkalk – Köln

2009
IN DER KUBATUR DES KABINETT / Kunstsalon im fluc – Wien
RUH KARLI RUH / Ve.Sch – Wien
ART FACTORY / Jekaterinburg, Russland

2010
SAVE Sneakpreview / Hochschule für Gestaltung – Karlsruhe
FRAKTALE SOMMERNACHT / Schloss Werdenberg – Schweiz

2011
VIDEO ETC. / NCCA – St. Petersburg
VIDEOFORMES FESTIVAL Clermont Ferrand
EUROPEAN MEDIA ART FESTIVAL / Osnabrück
THE FIRST ON MARS / Jekaterinburg, Russland
BEYOND 3D FESTIVAL / ZKM – Karlsruhe
STAGE THE SPACE / Betahaus – Berlin
BLAUBART / Schloss Werdenberg – Schweiz
VISION. DAS SEHEN / Neues Museum – Weimar

2012  
Unternehmung Drei – von_Kraft / Gellertstrasse – Karlsruhe
NACHTFAHRT / Bonnefantenmuseum – Roermond, Niederlande
STEINZEIT / Tokonoma Apartment – Kassel

2013  
NOW ON VIEW / The Lab – San Francisco
PLAY / Galerie ampersand – Köln
ALL IN / Galerie ampersand – Köln
BEYOND FESTIVAL / ZKM – Karlsruhe

2014  
Kunst im Leerstand / Karlsruhe JUST / Stuttgart
FOLGE / Villa Gellertstraße – Karlsruhe 2015 ON/OFF / Galerie ampersand – Köln NORDBECKEN FEST / Karlsruhe DC OPEN / Galerie ampersand – Köln
PLAY 2 / Galerie ampersand – Köln

2016
WHIRR / 5,26 m^3 – Köln


Endlich

Die Videoinstallation „ENDLICH“ von Kilian Kretschmer* fun­giert visuell sowie inhalt­lich als Schnittstelle zwi­schen pri­va­tem und öffent­li­chem Bereich. In diesem varia­blen Zwischenraum pro­ji­ziert der Künstler den intimen und sub­jek­ti­ven Prozess von Zielsetzung sowie Zielfindung und stellt dabei die Frage nach der antrei­ben­den Motivation, welche sich im Erreichen selbst aufhebt und neu defi­niert. Der unend­li­che Kreislauf erwei­tert sich mit der Öffnung der vir­tu­el­len Bildfläche in den realen Raum und greift bewusst irri­tie­rend in den Prozess der Perzeption des, viel­leicht ledig­lich vor­bei­ge­hen­den, Betrachters ein. Das leicht iro­ni­sche Spiel der Dimensionen spie­gelt nicht nur die gegen­wär­ti­gen Wahrnehmungsprozesse, sondern reflek­tiert grund­sätz­li­che Verhaltensweisen als sub­jek­tive sowie objek­tive Komplexität. Zugespitzte Individualität, visuell sym­bo­li­siert durch die dia­lek­ti­sche Szene anhand der Trennung des ‘Urbildes’, bringt ein media­les Eigenleben hervor. Nicht als reines Abbild erfass­bar, ver­ge­gen­wär­tigt die refle­xive Schnittstelle endlich eine kri­ti­sche Identifikation mit abs­trak­ten Prozessen der Verselbstständigung des Medialen, der Perzeption, der eigenen Intention.

Text & Foto: Jenny Staric


& 4 &

In & 4 & läuft Kretschmer einen auf dem Boden markierten Kreis ab. Er schlägt auf eine Trommel, die hinter einer Leinwand steht. Das entstandene Bild wird angehalten – er geht weiter. Die Projektion seines Bildes bleibt jedoch immer noch sichtbar, während er eine weitere Runde geht. Es entsteht der Eindruck als würde aus dem Film heraus auf das Becken vor der Leinwand geschlagen. Ähnlich wie bei SCOMP arbeitet Kretschmer hier mit dem Prinzip der Verzögerung, und lässt dadurch einen spezielles Zeit- und Raumgefühl entstehen.
TEIL 2 ist eine stilechte Videoinstallation. Über zwei Röhrenmonitore und ihre Spiegelungen auf einer Glassäule ist ein stereoskopes Video von einem Wasserstrahl mit falschem Raum- und Zeitverhalten zu sehen. Aus der Entfernung werden sich die Betrachter/innen ihrer Wahrnehmung bewusst. Der räumliche Eindruck des Videos hingegen entsteht erst bei einer sehr nahen Betrachtung. Das Gehirn wird zum Ausstellungsort für ein inexistentes Video, welches eine völlig neue und unmögliche Perspektive zeigt.
In dem Video BEATMIKADO stellt Kilian Kretschmer in Kollaboration mit Steffen Moddrow am Schlagzeug ein scheinbar echtes Chaos mit Schlagstöcken  her. Der performative Charakter der Arbeit, bei dem Gegenstände einer inszenierten Handlung verwendet werden, bestimmt die Motivwahl. Transparenz und ein offener Umgang mit der Technik sind hierbei stilprägende Elemente.