GZ Calling, 2017

Sam Hopkins & David Lalé


Sam Hopkins wuchs in Kenia und England auf, studierte Sprachwissenschaften und Geschichte in Edinburgh und Kuba; anschließend Bildende Kunst in Oxford und Weimar. 2006 kehrte er nach Nairobi zurück, wo er heute lebt und arbeitet. Hopkins bezeichnet seine Arbeit als kontextuell, indem er mit ihr auf das jeweils spezifische soziale und politische Umfeld reagiert.
Hopkins‘ Methodik lässt sich dabei als dokumentarisch beschreiben. Wenn er sich mit kollektiver Erinnerung befasst, Geschichten, Charaktere und Elemente des täglichen Lebens und Erlebens beobachtet, hinterfragt und neu erzählt, überschreiten diese häufig auch die Grenze zum Lyrischen.
Auf diese Weise erhalten seine Arbeiten den Charakter autonomer Kunstwerke. Gleichzeitig tragen sie zahlreiche Verweise und Referenzen an ihre Entstehungsgeschichte und häufig auch an urbane Strukturen in sich.
Neben den aus diesen Einflüssen schöpfenden konzeptuellen Werkgruppen befasst sich Hopkins intensiv mit prozessorientierten und langfristigen Projekten, die auf partizipatorischer Ebene entstehen. Seit 2006 ist er Teil der im öffentlichen Raum agierenden Künstlerkollektive “usually4 collective” und “Maasai Mbili”, seit 2009 engagiert er sich für die Ausstellungsreihe “Urban Mirror”, mit Aktionen und
Ausstellungen.

www.samhopkins.org

‘GZ Calling’, 2017, befasst sich mit Beziehungen und Verstrickungen zwischen China und Afrika. Die 3-Kanal Video Installation nimmt dabei die Perspetkive eines privaten Ermittlers ein, der damit beauftragt ist, Export-Märkte Ghuangzhous zu überwachen. Dabei werden Themen wie die Nachfrage von und Versorgung mit nachgeahmnten Produkten, die soweit gestiegen sind, dass sie mit westlichen Markennamen in Konkurrenz treten. Durch die Augen des Erzählers erscheinen riesige Kaufhäuser wie verstörende Orte kultureller Kollision und des Austauschs von Kopien und Fälschungen, Träumen und Paranoia. Basierend auf Interviews mit Ermittlern und Anwälten, die an vorderster Front aktueller Anti-Fälschungs-Betrebungen arbeiten, stellt GZ Calling den ersten Teil des Film- und Forschungsprojektes, The Qilin, dar (Ende 2017).